Digitalisierung der Schule steht am Anfang

Fachmesse Learntec

E-Learning ist das Trendthema auf der Bildungsmesse Learntec. Dabei geht es unter anderem um vernetztes Lernen auf mobilen Geräten. Ein interaktives Whiteboard, auch interaktive Tafel genannt, wird auf der Bildungsmesse vorgeführt.

Digitalisierung der Schule
Auf einem Monitor wird eine Art virtueller Klassenraum präsentiert. Foto: Uli Deck

Wissensvermittlung per Mausklick

Lernen kann man überall, und die Wissensvermittlung ist nur einen Mausklick entfernt. Bisher konzentrierte sich E-Learning auf die betriebliche Weiterbildung. Die Karlsruher Messe Learntec rückt jetzt die Schule in den Mittelpunkt.

Lernen findet überall statt

Das Klassenzimmer wird seine zentrale Bedeutung für die schulische Bildung an das Internet verlieren - mit dieser Prognose befasst sich die Fachmesse Learntec. "Lernen ist nicht mehr festgelegt auf einen bestimmten Lernraum, es findet überall statt", sagte der Microsoft-Manager Ulrich Sawade während der Eröffnungsveranstaltung. Der typische Präsenzunterricht sei nur noch einer von mehreren Bausteinen der schulischen Pädagogik und werde "zunehmend aufgeweicht durch die Möglichkeit, dass man überall lernen kann".

Spezielle Lösungen für den Schulunterricht

Das Lernen in der Schule steht in diesem Jahr besonders im Blick der Messe, die zum 22. Mal stattfindet. Bisher gingen die Impulse für das "E-Learning" eher von Programmen für die betriebliche Weiterbildung aus. Erstmals gibt es nun einen besonderen Ausstellungsbereich mit der Bezeichnung school@learntec, in dem 22 Anbieter ihre speziellen Lösungen für den Unterricht vorstellen. "Wir stehen unmittelbar vor einer digitalen Revolution in der Bildung", sagte der Karlsruher Informatiker Peter Henning. Dabei werde es entscheidend auf frei verfügbare Bildung ankommen. Die Zukunft gehöre den "Massively Open Online Courses", also offenen Ausbildungskursen für alle im Internet.

Kritischer Blick auf die Lehrerausbildung

Einen kritischen Blick auf die Lehrerausbildung warf Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Die Lehrerausbildung funktioniere "nicht immer in der Qualität, die wir benötigen". Schlüter wies darauf hin, dass 84 Prozent der angehenden Lehrer Frauen seien. Wenn es darum gehe, das Interesse an mathematischer und naturwissenschaftlicher Ausbildung zu wecken, könne dies ein Problem sein. Auch liege der Anteil von Lehrern mit einer ausländischen Herkunft bei zwei Prozent, während in einer Stadt wie Frankfurt 75 Prozent der Neugeborenen einen Migrationshintergrund hätten.

Fachmesse Learntec

Auf dem Messegelände in Rheinstetten zeigen 226 Aussteller aus zehn Ländern ihre Software, Hardware oder Systemlösungen zum digitalen Lernen. Das sind im Vergleich zum Vorjahr zehn Prozent mehr. Bei den Besuchern erwartet die Messeleitung eine Steigerung von rund 6.000 im vergangenen Jahr auf 7.000. In Deutschland gibt es rund 250 Firmen, die Angebote zum E-Learning entwickeln. Der Wirtschaftsverband Bitkom gibt ihren Jahresumsatz aufgrund einer Untersuchung des MMB Instituts mit 523 Millionen Euro an. Die Branche beschäftigt demnach 9.300 Menschen, unter ihnen 2.700 als freie Mitarbeiter.

Quelle: Rheinstetten (dpa/tmn)

Zuletzt aktualisiert am 10.03.2014